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Kulturgeschichtlicher Hintergrund

Die Einführung der modernen Feuerbestattung im späten 19. Jahrhundert bildete eine der grundlegenden Bestattungsreformen der Neuzeit. Mit dem Bau der ersten Krematorien in Deutschland begann die durchgreifende Technisierung des Todes. Die Feuerbestattung hat durch die Aschebeisetzung auch das Erscheinungsbild der Friedhöfe verändert - mit immer neuen Varianten bis hin zum anonymen Rasengrab.

Historisch gilt die Feuerbestattung zusammen mit der Erdbestattung als wichtigste Bestattungsart. Sie war im vorchristlichen Europa üblich und gehört zur Tradition verschiedener außereuropäischer Kulturen.
Das sich ausbreitende Christentum hatte die Feuerbestattung über Jahrhunderte hinweg tabuisiert und unter Strafe stellen lassen. Im späten 18. Jahrhundert, also im Umfeld von Aufklärung und Revolution, rückte sie mit utopischen, jedoch nie realisierten Projekten wieder stärker ins gesellschaftliche Blickfeld.

Erst das Zeitalter der Industrialisierung und des rapiden Bevölkerungswachstums verhalf der modernen Feuerbestattung zum Durchbruch, unterstützt vor allem von Medizinern und Hygienikern. Die technische Einäscherung wurde als hygienische, kostengünstige Lösung der Raumprobleme auf städtischen Friedhöfen propagiert. Seit den 1870er Jahren entfaltete sich in Deutschland - wie auch in anderen Industrieländern - eine regelrechte Feuerbestattungsbewegung, organisiert in Vereinen und Verbänden. Wichtigster gesellschaftlicher Gegner der “Krematisten” waren die Kirchen, vor allem die katholische (die übrigens die Feuerbestattung bis zum Zweiten Vatikanischen Konzil Mitte des 20. Jahrhunderts verbot). Die Kirchen sahen die Feuerbestattung als materialistisch-unreligiösen Akt “menschlicher Willkür”. Daneben spielten vor allem juristische Einwände gegen die Feuerbestattung eine Rolle.

Der technische Fortschritt ermöglichte im Jahre 1874 erstmals, in Deutschland einen effizient arbeitenden “Verbrennungsapparat” zu präsentieren. Unter diesen Voraussetzungen konnten - trotz kirchlichen und teilweise staatlichen Widerstandes - unter Regie der Feuerbestattungsvereine die ersten Krematorien in Gotha (1878), Heidelberg (1891) und Hamburg (1892) eröffnet werden. Das Krematorium vereinte erstmals drei wichtige Etappen einer Bestattung in einem einzigen Gebäude: Verwahrort für Leichen, Ort der Trauerfeier und Ort der Einäscherung - einige Krematorien sind mit ihren Kolumbarien (Urnennischen) auch Beisetzungsort.

Zwar gab es um 1910 bereits 20 Krematorien in Deutschland, gleichwohl blieb die Feuerbestattung vor dem ersten Weltkrieg meist Angelegenheit einer kleinen Minderheit innerhalb des aufgeklärt-protestantischen Bürgertums. Daran konnten auch die öffentlichkeitswirksamen Zeitgenossen wie August Bebel und Bertha von Stuttner nichts ändern. Erst seit den 1920er Jahren fand die Feuerbestattung auch in der Arbeiterschaft größere Resonanz - begünstigt durch Feuerbestattungskassen, die preisgünstige Beisetzungen ermöglichten. Durch gezielte Gebührensenkungen in den mittlerweile meist kommunalen Krematorien gelang es, die Einäscherungszahlen deutlich zu steigern. Anfang der 1930er Jahre gab es in Deutschland, dem weltweit führenden Land auf diesem Gebiet, bereits über 100 Krematorien.

Im weiteren Verlauf des 20. Jahrhunderts gewann die Feuerbestattung immer größere Bedeutung. Zum Ende des Jahrhunderts erreichte sie in einzelnen Städten, vor allem in den östlichen und nördlichen Bundesländern, Anteile von weit über 50%, stellenweise sogar über 90% an den Gesamtbestattungen. Im Durchschnitt lag der Anteil der Feuerbestattungen in Deutschland Ende des 20. Jahrhunderts bei knapp 40%.

Die Feuerbestattung hat nicht zuletzt das Erscheinungsbild der Friedhöfe und Grabstätten verändert. Da Aschegräber erheblich weniger Raum als Erdgräber benötigen, ließen sie sich ideal in die im frühen 20. Jahrhundert durchgesetzte Friedhofs- und Grabmalreform einbinden.

Urnenwahlgrab

Diese Grabstelle ist individuell (Doppel- oder Familiengrab) und wird zu Lebzeiten von der jeweiligen Person selbst oder im Sterbefall von den Angehörigen ausgewählt.
mehrere Beisetzungen können in einer Grabstelle erfolgen.

Urnenreihengrab

Diese Grabstelle ist nicht individuell, da sie von der Friedhofsverwaltung zugewiesen wird. In einem Reihengrab darf jeweils nur ein Verstorbener beigesetzt werden.

Urnenrasengrab mit Namenplatte

anonyme Feuerbestattung

die Beisetzung findet in einer Gemeinschaftsanlage oder einem Urnenhain anonym, d.h. ohne Kennzeichnung der Grabstelle statt
-eine Trauerfeier ist - wie bei allen anderen Bestattungsarten - möglich
-die Anonymität dieser Bestattungsart führt häufig zu Problemen bei der Trauerbewältigung, da eine spätere Gedenkstelle fehlt.


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